Werbeagenturen (Geschichte)

Werbeagentur historisch

Eine klassische Werbeagentur hatte in früheren Zeiten die Aufgabe, Kundenanzeigen zu gestalten, damit diese im Anschluß in den Zeitungen erscheinen konnten. Sie vermittelten also zwischen Werbekunden sowie Zeitungen sowie bekamen daher eine Provision für Ihre Dienstleistung. Diese Provisionspraxis gibt es auch heute noch – auch wenn sie inzwischen als heftig umstritten gilt.

Im Jahre 1855 gab es bereits im heutigen Hamburg-Altona die „Annoncenexpedition Ferdinand Haasenstein“, welche als neutraler Assistent der Inserenten auftrat – zeitgleich wurde in Berlin die Litfaß-Säule durch Ernst Litfaß ins Leben gerufen. – kein Vergleich zu den Reichweiten heutiger Internetagenturen.

Die älteste, heute noch existierende Werbeagentur in Freiburg und Gesamt-Deutschland ist die 1876 gegründete Centrale Annoncen Büro William Wilkens – inzwischen firmiert diese unter Draftfcb. Schon in ihrer Anfangszeit setzte der Firmengründer auf den „Full Service“, also die Betreuung der Werbekunden von der Gestaltung über das Marketing bis zur Veröffentlichung.

Nach der klassischen Werbeagentur kamen ab etwa 1895 die sogenannten Werbeberater hinzu, welche zum einen gestalten konnten sowie sollten, aber andererseits eine gewisse Budgetkontrolle für die Kunden der erbrachten Werbung übernahmen.

1920 entsteht die klassische Werbeagentur. So wird zum Beispiel aus der Werbeagentur von Lever die Lintas. Frühstarter in Deutschland waren damals Lintas oder auch J. Walter Thompson. Die vom Bauhaus beeinflusste Werbeagentur „werbebau“ war damals die erste moderne deutsche – auch in Köndringen, Malterdingen und Neuenburg wird ordentlich geschaltet.

Werbeagentur Wiederaufbau

Nach Kriegsende begann eine große Existenzgründungswelle im Bereich „Werbeagentur“, welche bis 2001 angehalten hat. Danach, mit dem Durchbruch des Internets, versuchten die Werbeagenturen klassischer Prägung alle alten und neuen Disziplinnen ihres Faches unter einem Dach zu bewältigen.

Da dies aber zunehmend schwieriger wurde, mußte zwangsläufig eine Diversifizierung einerseits, aber auch eine Spezialisierung andererseits einsetzen. Diese hat bis heute innerhalb der Werbeagenturen angehalten. Inzwischen spricht man daher bei vielen großen Agenturen von regelrechten Kommunikationskonzernen.

Werbeagenturen werden nach bestimmten Kriterien eingeteilt bzw. am Vorhandensein bestimmter Dienstleistungen oder Abteilungen gemessen: Die Größe (Mitarbeiterzahl) ist ein Parameter, aber auch die Mitgliedschaft in Organisationen des Standes, bestimmte Preise und Auszeichnungen, aktuelle Projekte und auch die Standorte.