Schon seit Jahren ärgere ich mich darüber, dass meine Firma, ein renommiertes Unternehmen in der Werbebranche, sich ausgerechnet im achten Stock eines Hochhauses hat niederlassen müssen. Zugegeben, die Aussicht über die Stadt ist nicht die schlechteste, und gerade wenn ich früh morgens noch dem Sonnenaufgang zuvor komme, ist die Atmosphäre in meinem Büro nicht die toll. Dennoch befinde ich mich, wie gesagt, in einem Hochhaus, das zudem noch in den 60er Jahren erbaut sein dürfte und demnach nicht wirklich vor Modernität strotzt. Ich selbst frage mich stets, warum Kunden, welche sich von uns hochqualitative Werbeprodukte erstellen lassen, trotz der schauerlichen Umgebung um uns herum, tatsächlich immer wieder den Weg zu uns finden.

Besonders grauenvoll sind die auf die grauen Betonmauern aufgebrachten Schilder mit den Aufschriften “Feuerlöscher” oder “Aufzug”. Es scheint fast so, als würde man dies nicht deutlich erkennen können, da die besagten Schilder nun mal gerade fünf Zentimeter über dem jeweiligen Objekt angebracht waren. Ganz fürchterlich fand ich übrigens auch die dunkelgrünen Fahrstuhltüren… bis zum Tag “X”, an dem in der Chefetage meinen alltäglichen Job erledigte und eine explosive Veränderung herbeiführte.

An besagtem Tag stolperte ich früh morgens – schon vor Sonnenaufgang, da ich ein Meeting vorzubereiten hatte, noch nicht ganz hellwach ins Foyer meines “geliebten” Hochhauses. Da außer mir noch nicht viele im Haus waren, standen alle drei Fahrstühle geöffnet im Erdgeschoss. Ich entschied mich ohne zu überlegen für die goldene Mitte, lief durch die geöffnete Türe und “Zack”, der Absatz meiner Riemchenpumps blieb in der Bodenleiste der Fahrstuhltüren stecken. Aus Panik vor den möglicherweise schließenden Türen, zwischen welchen ich mich gerade befand, riss ich zwei-, dreimal hektisch und kraftvoll meinen Fuß nach oben. Der Absatz löste sich; nun war ich zwar frei, jedoch riss ich mir das am Schuh befindliche Riemchen. Fluchend stolperte ich auf einem Schuh in mein Büro und tackerte mit meinem Bürohefter die beiden Riemchenfetzen zusammen. Nach acht Stunden Arbeit, hat sich eine nette blutenden und schmerzende Schürfwunde an der Stelle an meinem Fuß gebildet, an welchen die Tackernadeln unentwegt bei jeder Bewegung scheuerten.

Dieser Vorfall brachte mich auf die Idee, dass unsere zukünftigen Kunden nicht nur vor den Gefahren eines Fahrstuhles gewarnt werden sollen, ich setzte auch eine deutliche Werbung für unsere Agentur bereits im Erdgeschoss durch. Seitdem prangen an den einst hässlich grünen Fahrstuhltüren knallig bunte Graffiti-Bilder, welche auf humorvolle Art vor dem Betreten der Fahrstühle warnen.